Wie gezielt gewählte Punkte akute Schmerzen oft spürbar lindern

Akute Schmerzen entstehen selten „einfach so“. Viele Patientinnen und Patienten spüren sehr genau, dass mehr dahintersteckt auch wenn sich der Schmerz zunächst nur lokal zeigt, etwa im Nacken, im unteren Rücken oder in der Schulter.

In der ärztlichen Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) werden akute Schmerzen deshalb nicht isoliert betrachtet. Neben der notwendigen schulmedizinischen Diagnose stellt sich immer auch eine zweite, ergänzende

Akute Schmerzen, schulmedizinisch korrekt, ganzheitlich weitergedacht

Bei akuten Beschwerden steht selbstverständlich immer zuerst die schulmedizinische Abklärung im Vordergrund.

Schmerzmittel, entzündungshemmende Massnahmen, Mobilisation, Physiotherapie oder Massage sind bewährte und sinnvolle Schritte, um das Symptom zu lindern. In der klinischen Praxis zeigt sich jedoch immer wieder:
Gerade bei wiederkehrendenplötzlich einschiessenden oder ungewöhnlich hartnäckigen Schmerzen greift dieser Ansatz allein manchmal zu kurz.

Der Schmerz bessert sich, kommt aber zurück. Oder er verlagert sich.

Hier beginnt die ärztliche TCM, genauer hinzuschauen.Ein guter Infekt ist kurz, knackig und reinigend

Wenn äussere Einflüsse und innere Blockaden zusammenkommen

In der TCM kennt man typische Muster, die akute Schmerzen begünstigen können. Dazu zählen unter anderem:

  • Wind- und Kälteeinwirkung, etwa durch Zugluft, kaltes Wetter oder Klimaanlagen

  • begleitende leichte Erkältungssymptome

  • eine Stagnation der Qi-Bewegung, also eine Blockade der inneren Dynamik

Gerade bei akuten Nacken- oder Lendenwirbelsäulenschmerzen ist dieser Zusammenhang häufig. Der Schmerz steht klar im Vordergrund, während die eigentliche Auslöserstruktur kaum beachtet wird.

Viele Betroffene berichten rückblickend Sätze wie:

„Eigentlich war ich kurz davor etwas krank zu werden.“ oder „Ich habe mich innerlich schon ein paar Tage vorher blockiert gefühlt.“

Gezielte Punktwahl statt viele Nadeln

Die Spezialakupunktur unterscheidet sich grundlegend von einer rein symptomorientierten Akupunktur. Es geht nicht darum, möglichst viele Punkte zu nadeln.

Im Gegenteil: Ziel ist es, deutlich weniger, aber gezielt ausgewählte Punkte zu behandeln.

Diese Punktwahl erfolgt nicht nach einem festen Schema, sondern wird vom Arzt individuell eruiert – mithilfe eines komplexen diagnostischen Algorithmus. In diese Berechnung fliessen unter anderem ein:

  • der aktuelle klinische Zustand

  • das momentane Beschwerdebild

  • die energetische Situation

  • Art und Lokalisation der Blockaden

  • Konstitution und Verlauf

Das Ergebnis ist eine massgeschneiderte, hochpräzise Punktkombination, angepasst an das, was sich jetzt zeigt – nicht an ein allgemeines Lehrbuchmuster.

Wenn Qi wieder fliessen kann

In der ärztlichen TCM sagt man:
„Wo das Qi frei fließt, entsteht kein Schmerz.“

Qi – die Lebenskraft – ist eng mit der Bewegung des Blutes und damit auch mit der Durchblutung verbunden. Blockaden auf Meridian-Ebene können deshalb Schmerzen verursachen, auch an Stellen, die auf den ersten Blick nicht zusammengehören.

Wird diese Blockade gezielt gelöst, reagiert der Körper häufig schneller und umfassender, als man es von rein symptomatischen Maßnahmen kennt.

Der Dominostein-Effekt

Man kann sich diese Herangehensweise wie eine Kette von Dominosteinen vorstellen. Eine rein symptomatische Behandlung wirkt, als würde man einzelne Steine umstossen – hilfreich, aber begrenzt.

Die Spezialakupunktur versucht, den entscheidenden Dominostein zu finden.

Wird dieser angestossen, beginnt der Körper oft von selbst zu regulieren – nicht nur lokal, sondern entlang ganzer funktioneller Zusammenhänge.

Bauchdeckendiagnose

Den Meridian erkennen, der blockiert ist

Ein wichtiges diagnostisches Werkzeug ist die Bauchdeckendiagnose. Der Bauch gilt in der TCM als zentrales Steuerungsfeld, da hier viele Meridiane zusammenlaufen und lebenswichtige Organe liegen.

Durch gezieltes Abtasten bestimmter Areale lassen sich Spannungen oder Druckschmerzen feststellen. Diese Informationen werden in den diagnostischen Algorithmus integriert, mit dem der regulierende Punkt ermittelt wird.

Ein für viele überraschender Moment:

Sobald der korrekt berechnete Punkt genadelt wird, lässt der Druckschmerz im Bauch häufig unmittelbar nach.

Vom Bauch zum Rücken – ein erfahrbarer Zusammenhang

Parallel dazu zeigt sich oft eine Veränderung des eigentlichen Schmerzes, etwa im Nacken oder im unteren Rücken. Dieser Zusammenhang wirkt zunächst ungewöhnlich, wird aber verständlich, wenn man den Meridianverlauf kennt.

Wird die tiefer liegende Blockade gelöst, reagiert der Körper als Ganzes.
Es entsteht eine regulatorische Kaskade, die nicht nur das Symptom betrifft, sondern auch die körpereigenen Anpassungs- und Regenerationsmechanismen aktiviert.

Ärztliche Spezialakupunktur – verantwortungsvoll integriert

Die Spezialakupunktur ersetzt keine schulmedizinische Diagnostik.
Sie ergänzt diese dort, wo Schmerzen wiederkehren, sich schwer erklären lassen oder trotz korrekter Behandlung nicht nachhaltig abklingen.

Gerade bei akuten Beschwerden kann dieser individuell berechnete, gezielte Ansatz helfen, Blockaden effizient zu lösen – sachlich, verantwortungsvoll und eingebettet in ein ärztliches Gesamtkonzept.

Häufige Fragen zur Spezialakupunktur 

  • Ja. Der Fokus liegt weniger auf standardisierten Punktkombinationen und stärker auf einer individuell berechneten, funktionellen Punktwahl.

  • In der Spezialakupunktur werden bewusst weniger, dafür sehr gezielt ausgewählte Punkte behandelt. Der Grund dafür lässt sich mit einem einfachen Bild gut erklären.

    Man kann sich die Wirkung einer Akupunkturbehandlung vorstellen wie einen Stein, der in eine ruhige Wasseroberfläche fällt.
    Wird ein einzelner Stein präzise ins Wasser geworfen, entstehen klare, konzentrische Kreiswellen, die sich gleichmässig und geordnet ausbreiten. Die Bewegung ist ruhig, eindeutig und erreicht auch weiter entfernte Bereiche.

    Wirft man dagegen mehrere Steine gleichzeitig ins Wasser, entstehen viele Wellen zugleich. Diese überlagern sich, treffen aufeinander, verstärken sich an manchen Stellen und schwächen sich an anderen wieder ab. Die Ausbreitung wird unruhiger und weniger klar gesteuert.

    Übertragen auf die Akupunktur bedeutet das:
    Zu viele gleichzeitig gesetzte Reize können die körpereigene Regulation eher verstreuen, statt sie gezielt zu lenken. In bestimmten Situationen kann dies sogar zu widersprüchlichen Reaktionen führen.

    Die Spezialakupunktur setzt deshalb auf einen klaren, präzisen Impuls.

    Die gezielt berechneten Punkte wirken wie der einzelne Stein im ruhigen Wasser: Sie geben dem System eine eindeutige Richtung vor, sodass sich die Wirkung geordnet, effizient und ohne gegenseitige Störung entfalten kann.

  • Gerade bei akuten Beschwerden kann die gezielte Regulation tief liegender Blockaden hilfreich sein – immer ergänzend zur schulmedizinischen Abklärung.

  • Für Menschen mit akuten, wiederkehrenden oder schwer erklärbaren Schmerzen, bei denen rein symptomatische Massnahmen nicht dauerhaft greifen.

Weiter
Weiter

Mitochondrien: Die wahren Kraftwerke Ihrer Zellen